Samstag, 15. August 2009

Die erste Aufgabe


Die ersten beiden Aufgaben (Ziellandungen mit laufendem Motor exakt 4 Minuten nach dem Start) sind abgeschlossen. Inzwischen liegen bereits die Ergebnisse vor. Michael und Wolfram haben ein Mal Platz 6 und ein Mal Platz 7. Viktor und Sven ein Mal Platz 8 und ein Mal Platz 12. Offenbar ist bislang alles zur Zufriedenheit der Piloten verlaufen. Die Ergebnisse gibt es hier.
Morgen wird es erneut eine Ziellandung geben, diesmal aber mit abgestelltem Triebwerk und ohne die Zeit-Komponente. Anschließend ist eine Verbrauchsaufgabe zu fliegen. Für die Nicht-Experten: mit einer bergrenzten Menge Benzin so lange wie möglich in der Luft bleiben - also Fliegen, bis der Motor stehen bleibt.
Jetzt ist aber erst mal Party angesagt. Seit dem späten Vormittag wird ein ganzes Schwein über einem großen Grill gedreht. Ich denke, es wird inzwischen weitgehend verbrannt sein - oder ziemlich trocken.
Roland und ich haben den Nachmittag im Auto verbracht. Wir sind rund 150 Kilometer gefahren, um einige Wendepunkte zu kontrollieren. Ganz entscheidend für das Gelingen einer Meisterschaft ist es, dass die tatsächlichen Punkte am Boden (Straßenkreuzungen, Kirchen, Brücken etc) und die für die Berechnung vorgesehenen Koordinaten genau übereinstimmen. Es ist eine schwere Sünde, diese Koordinaten aus der Karte zu entnehmen. Sie stimmen in der Regel nicht. Die gute Nachricht: alle Punkte waren genau dort, wo sie nach den Koordinaten auch sein sollen. Bei der Tour in den südlichen Bereich von Jihlava sind wir durch eine wunderschöne hügelige Landschaft gekommen. Kleine Wälder, kleine Weiher, gelegentlich mal eine restaurierte Kirche oder andere historische Gebäude. Nichts für Radfahrer wegen des vielen Auf und Abs, aber für einen kleinen Ausflug schon geeignet.

Eröffnung


Schmucklos und schlicht, aber trotzdem angemessen wurde heute die 12. Ultraleicht-Weltmeisterschaft eröffnet. Eine kurze Rede des Vorsitzender der tschechischen UL-Flieger, Vorstellen aller Offiziellen, formelle Eröffnung im Namen der FAI durch mich als Jury-Präsident, dann noch die Nationalhymne des Gastlandes. Das war's auch schon. Vorher hatten Fallschirmspringer die FAI- und die Tschechische Flagge gebracht und die Nationen waren im Gänsemarsch vor den Haupthangar marschiert.
Jetzt waren alle darauf, dass die erste Aufgabe gestartet werden kann. Das Wetter ist hervorragend. Kein zu starker Wind, ein paar Wolken, angenehm warm. Heute soll es zwei Ziellandungen mit laufendem Triebwerk geben. Um die Sache ein wenig schwieriger zu machen, müssen die Piloten den Beginn des Landedecks genau 4 Minuten nach dem Start überfliegen. Und natürlich im 250-Punkte-Feld landen.
Roland und ich werden uns das Spektakel erst mal nicht anschauen, sondern versuchen, einige der Wendepunkte zu verifizieren. In den vergangengen Jahren waren die Koordinaten der Wendepunkte hin und wieder der Karte entnommen und nicht exakt vor Ort gemessen worden. Das hat zu viel Ärger geführt und gefährdet unter Umständen die Gültigkeit der Aufgabe.
Hier noch ein kurzes Video von der Eröffnung:

Freitag, 14. August 2009

General Briefing

Vorhin war das erste Briefing - erstaunlich kurz - kaum Fragen - keine Einwände. So hat man's gerne. Ob es dabei bleibt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Die Meisterschaft ist zwar nicht gerade super besetzt, aber mit insgesamt 60 Flugzeugen ist die Teilnahme trotz des französischen Boykotts doch noch zufriedenstellen. Die gute Nachricht: alle Klassen werden auch gültig gewertet, denn es sind ausreichend Teams vertreten. Auch in der stets problematisch Klasse der Dreiachs-insitzer sind sieben Piloten aus fünf Nationen angetreten. Zweitgrößte Gruppe sind die doppelsitzig geflogenen Dreiachser mit 19 Teams aus 11 Nationen. Außerdem sind 11 Einsitzer-Trikes aus sechs Ländern gemeldet und die größte Gruppe sind - wie oft - die doppelsitzigen Trikes mit 23 Maschinen aus neun Ländern.

Vor dem Beginn


Heute ist Freitag und die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir sind gestern hier eingetroffen, haben unser Quartier bezogen und noch ein schnelles tschechische Budweiser getrunken. Trotz ausgesprochen harter Matratze war es eine angenehme Nacht.
Der Flugplatz ist etwa 2 Kilometer außerhalb der Stadt auf einer kleinen Hochebene. Ein schöner großer Grasplatz mit ausreichend langer Start-und Landebahn.
Knapp eine Stunde vor uns ist Roland Schneider mit seiner FrauJutta in Jihlava eingetroffen. Er wird so etwas wie ein Trainee sein. Denn vor allem bei den Meisterschaften dieses Jahres wurde deutlich, dass es nicht genug Kandidaten für die offiziellen Jobs gibt. Sie sollen auf jeden Fall Erfahrung als aktiver Wettbewerbsteilnehmer, Teamchef oder Organisator einer solchen Meisterschaft mitbringen und es ist natürlich gut, wenn die verschiedenen Delegierten der CIMA ein solches Gesicht auch mal gesehen haben.
Nach einem kleinen Frühstück am Platz haben wir uns den Offiziellen des Veranstalters vorgestellt und uns das Fiegerlager angesehen. Unser Deutsches Team ist natürlich schon da. Viktor hat einen "kleinen Umweg" gemacht, um hierher zu kommen. Er ist von Süddeutschland aus über Dändemark, Schweden, Finnland und die baltischen Staaten hierher geflogen! Mehr über seinen Reisebericht in einem der nächsten DULV-Infos.
Jury und Stewards sind nahezu komplett anwesend. Jan van der Heyden ist gestern abend ebenfalls angekommen (mit dem Fieger aus Holland) und Tom Gunnarson wird heute hier eintreffen. Gehard Gerecht aus Luxemburg als Steward ist schon seit Anfang der Woche aktiv und berät die Wettbewerbsleitung.
Heute wird eine kleine Testaufgabe gestartet und danach wollen wir uns mit den Verantwortlichen zusammensetzen und die übliche Jury-Checkliste durchgehen. Gut, dass es dafür ein Handbuch gibt.

Sonntag, 9. August 2009

Vorbereitung


Es ist mal wieder so weit: die wettbewerbsinteressierte Gemeinder der UL-Flieger in Europa und der Welt schaut nach Jihlava, einer kleinen Stadt zwischen Prag und Brünn. Dort werden in der dritten Augustwoche die Weltmeisterschaften der UL-Flieger in den klassischen klassen, also trike und Dreiachser ausgetragen.
Unsere Farben werden von einem sehr kleinen Team vertreten. Viktor Wyklicky und Sven Harsch gehen mit einem Trike (Eagle) an den Start, Wolfram Walter und Michael Lüke mit einem aerodynamisch gesteuerten UL (C 42).
Mit dabei ist auch Roand Schneider. Er wird diese Meisterschaft dazu nutzen, in die Aufgaben eines "Offiziellen" hineinzuwachsen. In den letzten Jahren ist nämlich ein deutlicher Mangel an erfahrenen UL-Fliegern entstanden, die zwar das Wettbewerbsgeschäft verstehen, aber selbst keine Ambitionen zum Mitfliegen haben und deshalb als Monitor (prüft vor der Meisterschaft, ob die Vorbereitungen auch wie versprochen laufen), Steward (internationaler Helfer des Wettbewerbsdirektors) Jury-Mitglied (Schiedsgericht), zur Verfügung stehen können. Gerade in diesem Jahr war die Suche nach Offiziellen besonders schwierig.
An dieser Stelle werde ich versuchen, neben meiner Aufgabe als Jury-Präsident alle interessierten Leser über das Geschehen in Jilhava auf dem Laufenden zu halten.
Kommentare und Fragen sind natürlich willkommen.